Geschichte der Privilegierten Hauptschützengesellschaft Nürnberg

gegründet 1429

 

Die Wurzeln der Privilegierten Hauptschützengesellschaft reichen bis ins auslaufende Mittelalter zurück, um genau zu sein ins Jahr 1428. Aus diesem Jahr stammt die erste Urkundliche Erwähnung, über das Schützenwesen in Nürnberg, nämlich über einen Schießbetrieb mit Feuerbüchsen. Im folgenden Jahr trennten sich die Büchsenschützen von den „Armbrustern" und gründeten die „Büchsengesellschaft zu St. Johannes", die Vorgängerin der heutigen „Privilegierten Hauptschützengesellschaft".

Im Jahre 1462 wurde nach langjährigen Schießübungen vor der Stadt ein neues Schießhaus beim Johannisfriedhof errichtet und bezogen.
In den folgenden Jahrhunderten gab es eine Reihe interessanter Abwechslungen in den Gesellschafts- und Vereinsstrukturen mit sowohl negativen als auch positiven Ereignissen, die würde man sie hier darlegen Seiten füllen würden.

Im Jahre 1829 wurde die 400-Jahrfeier der Gesellschaft unter Beteiligung der ganzen Stadt gefeiert. Nürnberg erlebte den Beginn einer neuen Blütezeit, mit deren Zusammenhang sich jedoch auch für die Schützengesellschaft entscheidende Änderungen anbahnten.

Letztendlich musste das Schießhaus und Schießgelände am Johannisfriedhof nach Differenzen mit der Kirchenverwaltung geräumt werden und beides fiel der Spitzhacke zum Opfer. Ein neues Schießhaus am Maxfeld wurde erbaut und 1856 bezogen. Man nannte sich nun „Schützengesellschaft auf dem Maxfeld". Nur zwölf Jahre später änderte die Gesellschaft den Namen zu „Hauptschützengesellschaft Nürnberg". Bald erwies sich die Schießstätte auf dem Maxfeld als jedoch unzureichend. Woraufhin eine neue in Forsthof gebaut, und 1874 bezogen wurde.

Das Heranrücken des Stadtteils am Luitpoldhain an die Schießstätte war abzusehen und führte 1907 zu ernstzunehmenden Beschwerden der Bewohner. Man sicherte sich einen günstigen Platz im Stadtwald Erlenstegen und beschloss am 24. Januar 1910 dort eine Schiessstätte im Jugendstil zu erbauen, die nach knapp einem Jahr Bauzeit (Kostenpunkt 550.000 Reichsmark) bezogen und am 7./8. Mai 1911 eingeweiht wurde. Im Jahr 1929 - inzwischen 800 Mitglieder zählend - erstellte man zur Feier des 500-jährigen Bestehens den ebenfalls im Jugendstil gehaltenen Gartensaal.


Während des 2. Weltkrieges herrschte noch reger Schießbetrieb, der erst 1945 eingestellt werden musste, da Gelände und Gebäude von der Besatzungsmacht beschlagnahmt wurden. In dieser Zeit ging ein erheblicher Teil der Bestände der historischen Sammlung des HSG-Schützenmuseums verloren oder wurde sinnlos zerstört.
Adolf Buchner (l. Schützenmeister von 1948 - 1952) war es der nach dem Kriege immer wieder Vorstöße bei den maßgebenden Stellen der Besatzungsmacht unternahm um für den Schießsport eine Lanze zu brechen und eine Genehmigung für diese Sportart zu erlangen. 1947 hatten seine Bemühungen Erfolg.

Mit 18 Mitgliedern früherer Armbrust-Gilden Nürnbergs gründete er am 11. Oktober 1947 den „Historischen Sportverein Nürnberg" am Schießplatz Falkennest. Im Jahre 1948 gestattete das Kontrollgesetz das Vermögen aufgelöster Organisationen an andere zu übertragen, die gleiche Aufgaben geleistet haben.
Damit übernahm Adolf Buchner sozusagen die „Treuhandschaft" für die HSG.

Der Schießplatz Falkennest wurde aufgegeben, der Armbrustvogelbaum in Erlenstegen errichtet und Armbrust-Scheibenanlagen gebaut. Dies alles vollzog sich unter der Regie von Adolf Buchner in den Jahren 1949/1950 wo auch gleichzeitig die Übertragung des HSG-Geländes an den „Historischen Sportverein" sowie auch die Freigabe der Gebäude durch die Besatzungsmacht erfolgten.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 14. August 1951 wurde eine Namensänderung beschlossen, die den neuen Strukturen entsprach. Der Verein nannte sich nun „Hauptschützen-Stahlbogen-Schützengesellschaft Nürnberg e.V."

In der Hauptversammlung vom 20. Januar 1963 wurde die letzte Namensänderung „Privil. Hauptschützengesellschaft Nürnberg, gegr. 1429" beschlossen.

Es sei noch erwähnt, dass nach den Vereinsstatuten der jeweils regierende Oberbürgermeister das ehrenvolle Amt des Schützenkommissars bekleidet, damals wie heute.
 

Was ist danach passiert bis heute?

Die Leitung und Organisation der Gesellschaft liegt derzeit in Händen von sechs Vorstandsmitgliedern, neun Mitgliedern im Gesellschaftsausschuss und fünf Abteilungsleitern.
Heute zählt die Privilegierte Hauptschützengesellschaft - weit über die regionalen Grenzen kurz als "die HSG" bekannt und genannt - über 320 Mitglieder und verfügt innerhalb eines idyllischen Waldareals über ein umfassendes Potential moderner Schießanlagen für alle nach den Richtlinien der Dachverbände (BSSB im DSB, BBS im BDS und BASV) erlaubten Schieß-Sportarten.

Interessenten, die sich für diese Freizeitgestaltung und Sportart, die von Disziplin und Konzentration geprägt ist, interessieren, finden in dieser traditionsreichen Schützengesellschaft vielfältige Möglichkeiten der gesellschaftlichen und sportlichen Betätigung. Sei es mit Luftgewehr und -pistole, Kurz- und Langfeuerwaffen, Pfeil und Bogen, den traditionsgeprägten Vorderlader-Lang- und Kurzwaffen, sowie der Scheiben- und traditionellen Hoch-Armbrust.
Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass neben dem sportlichen auch das gesellschaftliche Miteinander in der HSG Priorität haben - gestreng dem Motto: Tradition verpflichtet...